Frühlingserwachen

Genau erinnert man sich oft nicht zurück an den Tag, an dem der Winter dem Frühling weicht. Was in Erinnerung bleibt, ist, wie es sich anfühlt.

Morgens gehen wir noch mit Mantel und Schal aus dem Haus. Die kühle Luft umfängt uns. Wir frösteln ein wenig und gehen schnellen Schrittes zur Haltestelle in der Hoffnung, der Bus möge bald kommen.

Wenn wir dann am Mittag eine Pause machen und frische Luft schnappen, wird uns bewusst, dass der Schal plötzlich viel zu warm ist. Wir ziehen ihn aus und wenige Meter später, knöpfen wir auch die Jacke auf.

Zur Feier des Tages setzen wir uns auf eine Parkbank, recken unser Gesicht den wärmenden Sonnenstrahlen entgegen und schliessen die Augen. Wir atmen die Luft tief ein und wieder aus. Es riecht plötzlich anders.

Der Frühling ist da.

Von da an fallen uns auch andere Veränderungen auf. Erste Blumen kämpfen sich durch die Erde und die Bäume beginnen zu blühen. Die Vögel kommen zurück und begrüssen den Menschen mit ihrem fröhlichen Gezwitscher.

Auch die Leute kommen wieder aus ihren Häusern. Sie schlendern durch die Altstadt, setzen sich auf die Sonnenterasse ihres Lieblingscafés oder auf die Wiese im Stadtpark.

Überall sind fröhliche Menschen. Sie lachen, diskutieren, trinken und essen gemeinsam.

Alles erwacht zu neuem Leben.

So sollte es zumindest sein. Denn in diesem Frühling 2020 ist alles anders.

3 Gedanken zu “Frühlingserwachen

  1. sternfluesterer schreibt:
    Avatar von sternfluesterer

    Ja, es ist sehr anders. Aber Natur ist trotzdem. Ich betrachte sie in dieser Zeit mit noch mehr Respekt und Dankbarkeit als ich es sonst schon tue. Wenn wir nur verstehen würden, dass das Virus uns an unserem Beispiel zeigt, wie verletztlich sie, die Natur, ist. Denn wir sind doch ein Teil von ihr. Aber viel zu selten und zu wenig benehmen wir uns noch entsprechend.

    Nun bin ich schon wieder nachdenklich geworden …

    Da kehre ich gern noch einmal zu Deinen den Frühling, so wie wir ihn „eigentlich“ kennen, beschreibenden Zeilen zurück. Die sind wunderbar!

    Danke, liebe Natalie – komm bitte weiter gut durch diese Zeit und bleib gesund. – In diesem Sinne wieder freundliche und liebe Grüße zu Dir in die Schweiz! 🙂🌷🌞

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  2. sternfluesterer schreibt:
    Avatar von sternfluesterer

    Bitte verzeih mir, wenn ich hier jetzt etwas schreibe zu einem Thema, das Du auf Instagram gepostet hast. (Ich habe dort keinen Account und kann deswegen dort nicht schreiben oder kommentieren) – Du hast dort bei der anlässlich der Vorstellung eines Buches geschrieben, dass Du nicht so viel über das Leben in der DDR weißt.

    Ich bin in der DDR geboren und aufgewachsen. Natürlich sind all meine Erinnerungen, meine Wahrnehmungen, meine rückblickenden Einschätzungen diesbezüglich subjektiv. Aber wenn Dir daran gelegen ist, dies wissend, ein wenig mehr erfahren zu wollen, eben auch aus einer ganz persönlichen Erlebenswelt heraus, dann lass mich das gern wissen. Schreibe mir zum Beispiel uber den „Schreib mir“-Button auf meiner Blogseite, einfach nur so oder auch, wenn Dich etwas konkreter interessiert.

    Nochmal liebe Grüße an Dich!

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