Wir erzählten allen, die Entscheidung hätten wir gemeinsam getroffen.
Doch wir wissen beide, dass es die deine war.
Ich hätte weitergekämpft.
Wir erzählten allen, die Entscheidung hätten wir gemeinsam getroffen.
Doch wir wissen beide, dass es die deine war.
Ich hätte weitergekämpft.
Als es vorbei war, weinten wir beide.
Der Moment, in dem du das letzte Mal meine Hand losliesst, brannte sich tief in mein Herz.
Es war richtig, doch weshalb schmerz es so sehr?
Gefühle sind flüchtig.
An einem Tag wolltest du mit mir die Welt bereisen,
am nächsten brauchtest du Freiraum.
Hast mich zurückgelassen vor einem Scherbenhaufen, der sich mein Leben nannte.
Weisst du noch damals mit achtzehn?
Wir waren jung und frei.
Wir hatten keine Ahnung, doch das merkten wir nicht.
Wenn unsere Freunde nach wenigen Monaten eine Beziehung beendeten, fühlten wir uns überlegen.
Wie hätten wir ahnen können, dass es auch uns treffen würde?
Was wie ein Märchen begann, endete in einer Tragödie.
Es sind zehn Jahre vergangen, seit aus uns wieder ein du ohne ich wurde.
Doch manchmal wenn unser Lied im Radio läuft, denke ich wieder an
dich
uns
an das, was war.
Wie würde unser Leben aussehen, wenn wir es geschafft hätten?
Orte zu bestimmen, an denen du dich wohlfühlst, ist wichtig.
Menschen kennenzulernen, mit denen du ganz dich selbst sein kannst, ist eine Wohltat.
Tätigkeiten zu finden, in denen du aufgehst, ist etwas Wunderschönes.
Doch manchmal machst du es dir zu bequem in deiner Komfortzone.
Dann braucht es jemanden, der dich herausholt.
Jemanden, der dich ermutigt, einen Schritt weiterzugehen.
Jemanden, der dir zeigt, dass sich dein Horizont erweitern kann.
Es ist der jemand, der mit dir vom 3-Meter-Sprungbrett springt, obwohl du Höhenangst hast.
Es ist der jemand, der dir auf einer Party verschwörerisch zuzwinkert und dir Mut macht, obwohl du so ungern mit Fremden sprichst.
Es ist der jemand, der dich an der Hand nimmt und bei dem du genau weisst, dass ihr gemeinsam neue Komfortzonen findet.
Ich muss nur meine Augen schliessen
und du bist wieder da.
Dann höre ich deine Stimme,
sehe ich in deine funkelnden Augen,
kann beobachten wie sich dein Mund
langsam zu dem Lächeln verzieht,
das ich so unheimlich gern mag.
Rasch wird es zu schmerzhaft
und ich öffne meine Augen wieder.
Denn eines weiss ich sicher:
Zurückkommen wirst du niemals.
Egal, wie ich es drehe oder wende,
Egal, wie oft ich alle Möglichkeiten durchanalysiere,
Am Ende muss ich mich doch entscheiden und werde erst danach wissen, ob ich das Richtige getan habe.
Meine Augen brennen.
Wieder habe ich den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbracht.
Ein Blick auf die Uhr: Schon halb neun.
Draussen ist es dunkel und kalt.
Trotzdem noch ein Spaziergang an der frischen Luft?
Ja!
Dick eingepackt mit Kappe und Schal verlasse ich das Haus.
Die Strassen sind beinahe leer.
Leichter Nebel kommt auf.
Irgendwie unheimlich.
Ich kann meinen Atem sehen.
Mit schnellen, zielstrebigen Schritten gehe ich los, die Hände trotz Handschuhe tief in den Jackentaschen vergraben.
Meine Füsse tragen mich zum Park.
Ich möchte einen Blick auf die Aussicht werfen.
Ein paar andere Leute haben die selbe Idee.
Zwei Freundinnen haben eine Kerze und etwas zu trinken mitgebracht.
Unter mir funkelt das Lichtermeer der Stadt.
Ich atme tief ein und aus und schliesse für einen Moment die Augen.
Einen tiefen Atemzug nehmen und die frische Bergluft in den Lungen spüren.
Die Schuhe schnüren und den Rucksack schultern.
Loslaufen.
Steil geht es den Wanderweg hinauf.
Der Atem beschleunigt sich.
Zeit für eine Trinkpause.
Kühles Bergwasser, dass den Durst stillt.
Noch etwas weiter noch.
Da, der Aussichtspunkt.
Mit Blick über das Tal in seiner ganzen Herbstpracht.
Die Arme ausbreiten, tief ausatmen.
Glücksgefühle.
Eine kurze Pause in der Sonne.
Zeit für ein paar Seiten im aktuellen Buch.