Morgens auf dem Balkon

Mit geschlossenen Augen dem fröhlichen Gezwitscher der Vögel lauschen

Tief ein- und ausatmen, sich befreit fühlen

Die Augen langsam wieder öffnen

Ins Sonnenlicht blinzeln, glücklich sein

Die gelben Blumen betrachten und ihren süssen Duft riechen

Dann selig lächelnd das Buch aufschlagen

Lesend durch die Seiten fliegen bis die Sonne den Balkon erreicht und es fast zu heiss wird.

Andere Leben

Er sitzt in der Küche und schlürft verschlafen seinen schwarzen Kaffee. Draussen ist noch immer alles dunkel. Das ist immer so, wenn er aufsteht. Jeden Tag klingelt sein Wecker um genau halb 4 Uhr morgens. Er steht im Dunkeln auf und zieht die Sachen an, die er am Vorabend sorgfältig auf seinen Stuhl gelegt hat. Erst als er die Schlafzimmertür vorsichtig zugezogen hat, macht er das schwache Flurlicht an. Diese Vorsicht rührt nicht etwa daher, dass er seine schlafende Frau nicht wecken will. Die rechte Seite seines Bettes ist schon lange kalt und leer. Weiterlesen

Für immer verloren? (2|2)

Du hast Teil 1 der Geschichte verpasst? Dann schau zuerst hier nach: Für immer verloren? (1|2)
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Mit angehaltenem Atem starre ich den Receptionisten an und warte darauf, dass er mir mehr als nur mit einem Nicken antwortet. Er schaut auf seine Hände und weicht meinem Blick aus. Es kommt mir wie eine Unendlichkeit vor, als er endlich antwortet: «Ja, er war hier. Er hat eine Woche bei uns übernachtet.» Weiterlesen

Für immer verloren? (1|2)

Ich steige die Aussentreppe hinunter und die warme Luft hüllt mich sofort ein. Zum Glück habe ich meinen Wintermantel nicht mehr angezogen. Ich sehe mich auf dem Flugplatz um, kann jedoch nicht viel Interessantes entdecken. Vor mir ragt das imposante, moderne Gebäude des Flughafens von Marrakesch auf. Ich bin etwas überrascht und schäme mich im selben Moment ein wenig dafür, dass ich mir das Flughafengebäude heruntergekommener vorgestellt habe. Weiterlesen

Schlaflos

Ich bin erschöpft. Es ist ein anstrengender Tag gewesen und alles, was ich will, ist in einen tiefen traumlosen Schlaf zu fallen. Ich lasse mich auf meine Matratze sinken, kuschele mich in die Decke ein und lösche das Licht. Einen letzten Blick auf meinen Wecker zeigt mir, dass es 23:03 Uhr ist. Die Müdigkeit legt sich wie ein Schleier über mich und ich schliesse die Augen. Meine Glieder werden langsam schwerer und ich spüre, wie ich mich entspanne. Ich warte darauf, ins Nichts abzugleiten und erst in einigen Stunden wieder daraus aufzutauchen. Weiterlesen

Fremde Welten

Ich bin völlig orientierungslos. Alles um mich herum ist mir fremd. Ich erkenne weder die Häuser noch die Strassen, in denen ich mich befinde wieder. Ich fühle mich, als wäre ich kopfüber in einen dieser alten Ziehbrunnen gefallen und in einer komplett anderen Welt gelandet.  Weiterlesen