Genau erinnert man sich oft nicht zurück an den Tag, an dem der Winter dem Frühling weicht. Was in Erinnerung bleibt, ist, wie es sich anfühlt.
Morgens gehen wir noch mit Mantel und Schal aus dem Haus. Die kühle Luft umfängt uns. Wir frösteln ein wenig und gehen schnellen Schrittes zur Haltestelle in der Hoffnung, der Bus möge bald kommen.
Wenn wir dann am Mittag eine Pause machen und frische Luft schnappen, wird uns bewusst, dass der Schal plötzlich viel zu warm ist. Wir ziehen ihn aus und wenige Meter später, knöpfen wir auch die Jacke auf.
Zur Feier des Tages setzen wir uns auf eine Parkbank, recken unser Gesicht den wärmenden Sonnenstrahlen entgegen und schliessen die Augen. Wir atmen die Luft tief ein und wieder aus. Es riecht plötzlich anders.
Der Frühling ist da.
Von da an fallen uns auch andere Veränderungen auf. Erste Blumen kämpfen sich durch die Erde und die Bäume beginnen zu blühen. Die Vögel kommen zurück und begrüssen den Menschen mit ihrem fröhlichen Gezwitscher.
Auch die Leute kommen wieder aus ihren Häusern. Sie schlendern durch die Altstadt, setzen sich auf die Sonnenterasse ihres Lieblingscafés oder auf die Wiese im Stadtpark.
Überall sind fröhliche Menschen. Sie lachen, diskutieren, trinken und essen gemeinsam.
Alles erwacht zu neuem Leben.
So sollte es zumindest sein. Denn in diesem Frühling 2020 ist alles anders.