Wir erzählten allen, die Entscheidung hätten wir gemeinsam getroffen.
Doch wir wissen beide, dass es die deine war.
Ich hätte weitergekämpft.
Wir erzählten allen, die Entscheidung hätten wir gemeinsam getroffen.
Doch wir wissen beide, dass es die deine war.
Ich hätte weitergekämpft.
Als es vorbei war, weinten wir beide.
Der Moment, in dem du das letzte Mal meine Hand losliesst, brannte sich tief in mein Herz.
Es war richtig, doch weshalb schmerz es so sehr?
Gefühle sind flüchtig.
An einem Tag wolltest du mit mir die Welt bereisen,
am nächsten brauchtest du Freiraum.
Hast mich zurückgelassen vor einem Scherbenhaufen, der sich mein Leben nannte.
Weisst du noch damals mit achtzehn?
Wir waren jung und frei.
Wir hatten keine Ahnung, doch das merkten wir nicht.
Wenn unsere Freunde nach wenigen Monaten eine Beziehung beendeten, fühlten wir uns überlegen.
Wie hätten wir ahnen können, dass es auch uns treffen würde?
Was wie ein Märchen begann, endete in einer Tragödie.
Es sind zehn Jahre vergangen, seit aus uns wieder ein du ohne ich wurde.
Doch manchmal wenn unser Lied im Radio läuft, denke ich wieder an
dich
uns
an das, was war.
Wie würde unser Leben aussehen, wenn wir es geschafft hätten?
Mit geschlossenen Augen dem fröhlichen Gezwitscher der Vögel lauschen
Tief ein- und ausatmen, sich befreit fühlen
Die Augen langsam wieder öffnen
Ins Sonnenlicht blinzeln, glücklich sein
Die gelben Blumen betrachten und ihren süssen Duft riechen
Dann selig lächelnd das Buch aufschlagen
Lesend durch die Seiten fliegen bis die Sonne den Balkon erreicht und es fast zu heiss wird.
Orte zu bestimmen, an denen du dich wohlfühlst, ist wichtig.
Menschen kennenzulernen, mit denen du ganz dich selbst sein kannst, ist eine Wohltat.
Tätigkeiten zu finden, in denen du aufgehst, ist etwas Wunderschönes.
Doch manchmal machst du es dir zu bequem in deiner Komfortzone.
Dann braucht es jemanden, der dich herausholt.
Jemanden, der dich ermutigt, einen Schritt weiterzugehen.
Jemanden, der dir zeigt, dass sich dein Horizont erweitern kann.
Es ist der jemand, der mit dir vom 3-Meter-Sprungbrett springt, obwohl du Höhenangst hast.
Es ist der jemand, der dir auf einer Party verschwörerisch zuzwinkert und dir Mut macht, obwohl du so ungern mit Fremden sprichst.
Es ist der jemand, der dich an der Hand nimmt und bei dem du genau weisst, dass ihr gemeinsam neue Komfortzonen findet.
Manchmal überfällt sie mich.
Einfach so.
Unangekündigt.
Die Melancholie.
Dann sitze ich am Fenster und blicke hinaus.
In der Hand meine Teetasse.
Fast wie ein Gemälde komme ich mir vor.
Anstatt durch das Glas die Landschaft draussen zu sehen,
blicke ich zurück.
Erinnere mich an das, was war.
An Menschen, die meinen Weg gekreuzt haben, jetzt aber wieder aus meinem Leben verschwunden sind.
An vergangene Erlebnisse, während derer ich nicht wollte, dass sich je etwas ändert.
So plötzlich wie sie gekommen ist, geht sie auch wieder.
Ein sanftes Kopfschütteln und ich bin zurück in der Gegenwart.
Manchmal holen sie mich unvermittelt ein. Die Geister unserer Freundschaft.
Ein altes Lied im Radio erinnert mich an die unvergessliche Partynacht in Bangkok.
Ein Polaroidbild in meiner Erinnerungskiste lässt mich zurückreisen an deinen 22. Geburtstag.
Das gelbe Oberteil zuhinterst in meinem Schrank führt mich zu jenem Tag, an dem wir es gemeinsam gekauft haben, weil wir es beide so toll fanden.
Es sind Erinnerungen an eine Freundschaft, die einmal war, heute jedoch nicht mehr ist.
Hand in Hand rannten wir durch die Nacht.
Die nasse Kleidung klebte an unseren Körpern und kleine Wasserperlen flogen durch die Luft.
Hinter uns hörten wir sie rufen. Ihre Taschenlampen schnitten durch die Dunkelheit.
Doch gemeinsam waren wir unbesiegbar.
Lachend kletterten wir über den Zaun und schliesslich hörten wir sie nicht mehr.
Wir liessen uns schwer atmend ins noch immer warme Gras fallen. Dort fanden deine warmen Lippen die meinen.
Dieses Textfragment habe ich für #junipoeten lanciert von @joanajune_ geschrieben.